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Von der wahren Schönheit des Laufspiels

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Coaches’ Corner, Week 5

Ramin ChabinLaufspiel oder Passspiel? Passspiel oder Laufspiel? Klar, eine wirklich gute Offense braucht heute beides. Was braucht man mehr, was macht mehr Spaß, was ist schöner zum anschauen? Kurz, was ist besser?
Genauso kurze Antwort meinerseits: das Laufspiel! Nicht sonderlich überraschend so etwas vom Running Backs Coach zu hören, oder? Doch lässt sich das auch belegen?
Das Passspiel kommt erstmal spektakulär daher. Doch was steckt dahinter? Im Prinzip immer das selbe. Der Quarterback wirft den Ball (hoffentlich) in eine Deckungslücke der Defense. Schön anzusehen, wenn weit und erfolgreich.
Das Laufspiel hingegen ist selten auf den ersten Blick spektakulär. Wird oft gar als altbacken, unmodern ja sogar veraltet angesehen. Alles falsch! Die wahre Schönheit erschließt sich den meisten Menschen, wie bei so vielen Dingen im Leben, erst auf den zweiten Blick.

Als erstes wäre da die unglaubliche Vielfalt zu nennen. Dieses Jahr sehr schön bei uns zu beobachten. Da gibt es den bulligen Typ wie etwa Ricardo Ambulo, der den Gegner schon durch seine schiere Präsenz in Angst und Schrecken versetzt. Durch seine Physis ist es für ihn ein Leichtes, einfach durch sein Gegenüber zu laufen. Ihn zu stoppen... für einen Gegner alleine oft zu viel verlangt, ein Ding der Unmöglichkeit. So kommt es nicht selten vor, dass wir in unserem Universum eine ganze Heerschar Verteidiger an, auf und um Ricardo herum hängen sehen, wenn er den Ball bekommt.
Dann gibt's da noch die Speedster, die Schnellen. Diejenigen Runnings Backs, die so schnell beschleunigen und laufen können, dass viele Verteidiger einfach nicht an sie herankommen können. Zum Beispiel Patrick Hähnel. Er ist oft so schnell aus der sogenannten Box, der Zone in der Mitte des Feldes um die beiden Lines herum, hinaus, dass sowieso nur noch zwei, drei Verteidiger die Chance haben, den Tackle zu setzen. Noch ein guter Block durch Fullback und/oder Wide Receiver, „gute Augen“ und eine damit verbundene Entscheidung für die richtige Laufroute, und der Speedster sorgt für einen weiteren Touchdownjubel im Universum.
Doch nicht nur mit Speed und Masse ist Raumgewinn schon vorprogramiert. Generell gibt es im Football den Spruch „lowest A** wins“, für den Running Back bedeutet das, speziell kurz vor Feindkontakt, dem Gegner eine möglichst kleine Angriffsfläche zu bieten. Das macht es diesem schwerer seinen Tackle überhaupt nur anzusetzen. Nicht selten sieht man dann Verteidiger am Running Back vorbei ins Leere springen/greifen. Auch dafür haben wir mit Oli Yares einen von der Natur bevorzugten Spieler.
Generell ist es aber von Vorteil, wenn man auch Allround-Talente in seinem Kader hat. Davon haben wir einige im Team. Stellt man zum Beispiel Patrick auf das Feld, kann sich die Verteidigung nie sicher sein, was auf sie zukommt. Brachiales physisches Powerrunning durch die Mitte oder eben doch der schnelle Lauf über außen.
Kommt dann auch noch ein Quarterback wie Ian Mitchell dazu, der neben seinem präzisen Arm auch noch extrem flinke Beine hat, fragt man sich, wie soll irgendeine Defense in dieser Liga diese Offense stoppen? Etablieren wir den Run, und dominieren damit Uhr und Gegner, müssen diese reagieren und Lücken in der Passverteidigung zulassen, wollen sie überhaupt eine Chance haben, unseren Lauf zu stoppen. Klappt dann der Pass mal nicht, dann läuft der Quarterback eben selbst. Es beginnt also alles mit dem Laufspiel und es endet alles mit selbigem. Es sorgt dafür, dass der generische Angriff möglichst lange an der Seitenlinie verbringt. Das bedeutet wiederum längere Erholungsphasen für die eigene Verteidigung.
Mein Fazit lautet also, neben der unglaublichen Vielfalt des Laufspiels, ist vor allem der komplimentäre Effekt auf andere Mannschaftsteile ein gewichtiges Argument für das Laufspiel. Ein erfolgreiches Laufspiel erleichtert den Pass, gewährt im Idealfall der Defense eine ausreichende Ruhepause und diktiert dem Gegner das Spiel. Läuft man gegen Ende zum Beispiel nur noch, nimmt somit also relativ viel Spielzeit von der Uhr, bleibt dem Gegner kaum etwas anderes übrig, als den Ball anschließend durch die Luft zu bewegen. Der Gegner wird eindimensionaler und für die eigene Verteidigung einfacher auszurechnen.
Ein gutes Passspiel sorgt für schnelle Punkte, das Laufspiel zudem noch für Dominanz des Gegners. Doch ist es wie immer im Football, es müssen alle elf Spieler auf dem Feld ihr Bestes geben, soll sich der Wille zum Erfolg in einer solchen Dominanz manifestieren...


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